Gesteine aus dem Tertiär

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Das Tertiär ist die Zeit der Nagelfluh. Aufgrund der  völlig unterschiedlichen Bildungsarten muss zwischen kalkalpinen Gesteinen und den Gesteinen des Molassebeckens unterschieden werden.

Kalkalpine Bildungen

Liebensteiner Decke

Die Bildung der Liebensteiner Schichten setzt sich im Tertiär fort. Die Schichtung ist aufgrund starker tektonischer Beanspruchung ausgesprochen komplex. Man spricht u.a. von den Leimern-, Hörnlein- und Junghanseschichten.

Feuerstätter Decke

Die Feuerstätter Decke (aufgrund der Ähnlichkeit auch Feuerstätter Flysch genannt) ist vor allem bekannt durch das Bolgenkonglomerat und den Feuerstätter Sandstein.

Helvetisches Alttertiär

Nummulitenschichten

Bekanntester (besonders in der Starzlachklamm) Vertreter dieser Schichten ist der stellenweise bis zu 70m dicke Nummulitenkalk – entstanden aus Flachwasserablagerungen.

Assilinen-Grünsandstein

Diese etwas jüngeren Gesteine sind nur von Agathazell bekannt.

Lithotamnienkalk

Dieser knollige…

Erzkalke

Erzkalke bildeten die Grundlage für den Eisenerzabbau (Hämatit und Limonit) am Grünten .

Stadtschiefer 

Oberhalb der Nummulitenschichten bildeten sich erneut tonige, marine Sedimente, welche heute den Stadtschiefer bilden. Dieser besteht aus graugrünem bis dunkelgrauem, sandigem Mergel, welcher leicht mit den Kreidemergeln verwechselt werden kann.

Fischschiefer

Noch jünger, aus dem Unteroligozän, ist der dunkelgraue, schwärzliche Fischschiefer, welcher unauffällig im Untergrund des Königsträßles verläuft.

Tertiäre Molasse

Die Molasse entstand durch Flüsse und Bäche, die im Zeitraum vor 28 – 8 MioJ Sedimente aus den Alpen herab transportierten und damit das Molassemeer auffüllten. Abhängig vom jeweiligen Salzgehalt und dem Bildungsalter unterscheidet man mehrere Molassetypen, für deren Unterscheidung sowie deren teilweise reichen fossilen Inhalt auf die Fachliteratur verwiesen wird. Bedingt durch die tektonischen Vorgänge unterscheidet man zwischen dem Gebiet der Faltenmolasse und dem des Molassebeckens. In allen Molassetypen treten auf

  • Molassemergel:  sie bilden meist blättrig zerfallende bunt gefleckte Gesteine, welche im Rahmen der Verwitterung zu schweren, wasserundurchlässigen Böden werden.
  • Sandsteine: diese hingegen zeigen meist eine deutliche Schichtung und sind abhängig vom Kalkgehalt mehr oder weniger wasserdurchlässig.
  • Konglomerate: sie bilden die weit verbreitete Nagelfluh der sog. Nagelfluhkette.

Besonderheiten:

  • Stellenweise treten Kohleflöze auf. Neben dem oberbayerischen Raum wurde auch im Ober- bzw. Westallgäu nach Kohle geschürft, welche jedoch aufgrund des hohen Schwefelgehalts meist minderer Qualität war.
  • Manchmal werden Fossilien (Onkoiden) von Kalk und Sand umschlossen und bilden attraktive Konkretionen.

Gesteine der Unteren Meeresmolasse

Bausteinschichten

Die Bausteinschichten markieren die jüngste Phase der Unteren Meeresmolasse (UMM)

Gesteine der Unteren Brackwassermolasse

Die aus dieser Schicht stammenden Mergel und sandigen Ablagerungen treten erst östlich des Lechs an die Oberfläche, sind jedoch im Allgäu durch Bohrungen nachgewiesen.

Gesteine der Unteren Süsswassermolasse

Nagelfluh

Gesteine der Oberen Meeresmolasse

Bryozoensandstein

Dieser relativ fossilreiche, karbonatische Sandstein tritt lediglich in einem schmalen Streifen östlich von Kempten auf. Er verdankt seinen Namen den Bryozoen, sog. Moostierchen. In kleinen Rissen können Calcit-Kriställchen auftreten.
Da das Gestein ziemlich witterungsbeständig ist, wurde es in der früherer Zeit gern als Baustoff verwendet.

Gesteine der Oberen Süsswassermolasse

Diese jüngsten Gesteinsschichten des Tertiärs können, neben der dominierenden Nagelfluh (Konglomerat), besonders mit fortschreitendem Abstand zu den Alpen, auch als Mergel, Sandsteine, oft in Wechselfolgen, auftreten. In einigen bituminösen Lagen kann inkohltes Holz gefunden werden.

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