Gesteine aus der Kreide

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Die Untergliederung der Kreide erfolgt generell über die Ammoniten und anderen Leitfossilien. Je mehr man sich dem Alpenrand nähert, desto mächtiger werden die Schichten, die ansonsten in Bayern kaum vertreten sind. Man unterscheidet völlig unterschiedliche Ablagerungen: die germanische Kreidefazies, die helvetische Kreidefazies, die Flyschfazies und die kalkalpine Kreidefazies. Abhängig von der jeweiligen Tektonik werden auch noch diverse Deckenschichten unterschieden.

Die kalkalpine Kreide

Diese unterschiedlichen Gesteinsschichten aus der Kreidezeit ähneln zum Teil denen aus dem Jura und können beträchtliche Mächtigkeiten erreichen.

Tannheimer Schichten

Die nur an einigen Stellen auftretenden Tannheimer Schichten bestehen aus dunkelgrauen schiefrigen Mergeln, welche im Frühstadium wenige Kalkbänke enthalten können. Sie entstanden im Zeitraum oberer Apt – unterer Alb und sind u.a. bekannt für die im Vilser Steinbruch vorkommenden Barytgeoden, die „Vilser Kugeln“.

Losensteiner und Branderfleckschichten

Die zwischen dunklen Mergeln eingebettete Nagelfluh und Brekzien aus diesen Schichten sind oft aus der Füllung von Erosionsrissen der Kreidemergel entstanden. Teilweise sind diese Mergel sogar vollständig durch Konglomerate ersetzt worden. Die Unterscheidung Nagelfluh / Brekzie erfolgt anhand der Form der enthaltenen „Körner“. Auch Sandsteinschichten können vorkommen.

Die Aroser Zone

Spilit (Diabasporphyrit)

In der sog. Aroser Zone treten in einem schmalen Streifen auch Gesteine vulkanischen Ursprungs auf. Laven flossen am Meeresgrund aus und wurden durch das Meerwasser chemisch verändert. Meist werden sog. Kissenbildungen (Pillows) beobachtet, welche in Rissen und Hohlräumen Zeolithe enthalten können.

Kalkgesteine der Aroser Zone

Daneben kommen in schollenartigen Zonen diverse, aus anderen Schichten bekannte Gesteine wie Hauptdolomit, Liaskalke usw. vor. Diese bilden ein Gemisch aus tektonisch verlagerten und zerrissenen, sowohl penninischen als auch kalkalpinen Gesteinen.

Die Flyschkreide (Rhenodanubischer Flysch)

Der Flysch besteht aus einer Abfolge von Mergeln, Tonen und Sandsteinen, welche vor 130 bis 65 MioJ einen kalkarmen Meeresboden an einem Kontinentalhang bildeten. Dieser rutschte in die Tiefsee und bildete dort Sedimentschichten, welche eine Stärke von bis zu 2.000 Metern erreichen konnten. Sie entstanden in der Unteren Kreidezeit bis zu den Anfängen des Tertiärs. Die Komplexität dieser unterschiedlichen Schichten wird sehr gut von Scholz dargestellt.

Wir finden dieses sowohl im östlichen wie im westlichen Teil des Allgäus. Typische Flyschberge sind Wertacher Hörnle, Fellhorn und die Hörnergruppe. Flysch bietet ausgezeichnete Bedingungen für ein vielfältiges Pflanzenwachstum, ist aber wenig erosionsbeständig.

Die helvetische Kreide

Kieselkalk

Der Kieselkalk, der zur Mitte der Unteren Kreidezeit abgelagert wurde, besteht aus dunklem Kalk mit Körnern aus Quarz und Hornsteinen und ist reich an winzigen Nadeln der Kieselschwämme. Man sieht sie z.B. als Untere Schicht an der Nordwand des Hohen Ifen.

Schrattenkalk

Der Schrattenkalk, aus der höheren Kreide, ist einer der Hauptgipfelbildner der Allgäuer Alpen. Namhafte Erhebungen sind der Grünten und der Hohe Ifen mit dem angrenzenden Gottesackerplateau. Er ähnelt im Aufbau den Kalkalpengesteinen, ist jedoch deutlich jünger und bildete sich in einem flachen Schelfmeer am Südrand des europäischen Kontinents. Aufgebaut wird er aus den kalkigen Überresten verschiedener Lebewesen, wie Muscheln, Schwämmen, Moostierchen sowie Korallen.

Drusbergschichten

Die Drusbergschichten liegen unter dem Schrattenkalk und sind überwiegend aus mergeligen Kalksteinbänken aufgebaut.

Garschella-Formation / Brisisandstein

In dieser Formation der Mittelkreide (Oberapt, Alb und Cenoman) bildeten sich weit verbreite Sandsteine – meist sog. Grünsandsteine. Abhängig von der Zusammensetzung entstanden mehrere Schichten, teilweise auch mergelig.
Beim Brisisandstein handelt es sich um einen Glaukonit-Quarz-Sandstein. Abhängig vom Aufschluss sind die Körnungen von fein bis grob (max. 4mm). Der Glaukonit gibt ihm seine typische dunkle Farbe.

Seewerkalk, Leistmergel und Wangschichten

Der Seewerkalk – aus der oberen Kreide – ist sehr hell und ähnelt in Aufbau und Zusammensetzung dem Schrattenkalk, ist jedoch deutlich jünger. Er ist reich an Organismenresten. Auch die typischen Pyritnester aus Burgberg stammen aus dem Seewerkalk.

Überlagert wird er von den Amdener- und Wang-Schichten, zwischen denen teilweise der Burgberg-Grünsandstein eingelagert ist.

Liebensteiner Kalk

Dieser Kalk aus dem Cenoman bis Coniac ähnelt dem Seewerkalk hinsichtlich der Zusammensetzung, ist aber meist rot mit grünen Schlieren. Man findet ihn an der Südseite des Grünten im Ostrachtal.

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