Auf Spurensuche

Blick zum Rubihorn, Foto Wassermann

Zum ehemaligen „Bergbau“

Im 15. und 16. Jahrhundert gab es im gesamten Allgäu einen regelrechten Bergbau-Boom, angetrieben durch die Fugger und die Augsburger Fürstbischöfe. Weil das Gestein am Rubihorn „silberträchtig“ glänzte (oft handelte es sich allerdings um wertloseren Schwefelkies/Pyrit oder geringe Spuren von Silber und Blei), ließen die Landesherren (Hochstift Augsburg) an vielversprechenden Stellen Schürfversuche unternehmen. Dass die Fürstbischöfe dort aktiv waren, ist historisch belegt. Bereits im Lehenbuch des Hochstifts von 1428 wird das Gebiet der Gaisalpe erwähnt. Um das Jahr 1650 herum war das Interesse der Augsburger Bischöfe an der Gegend so groß, dass sie sogar ein eigenes Jagd- und Fischerhäuschen direkt am Gaisalpsee errichteten.

Die Muthungen (Versuchsstollen) liegen abseits des markierten Wanderwegs im unwegsamen, weglosen Steilgelände eines „tropfenförmigen Wäldchens“ oberhalb von rund 1320 Metern. Da die Erzlinsen in der Arosa-Zone extrem unregelmäßig verlaufen, trieb man keine tiefen, kilometerlangen Gänge in den Berg. Stattdessen schlug man kurze Schrägstollen (oft nur 5 bis 15 Meter tief) direkt in die anstehenden Felswände, um den Verlauf des „glänzenden“ Bandes zu prüfen.

Ein Felsstück bestehend aus Pillow-Laven, Foto Wassermann

Die vulkanischen Gesteinskissen (Pillowlaven) gehen an dieser Stelle nach wenigen Metern in wertlosen Kreidemergel und Hornfels über. Deswegen wurde der Betrieb wegen Vorkommen-Armut rasch eingestellt. Die Mundlöcher wurden im Anschluss sich selbst überlassen. Da der Bergbau an dieser Stelle wegen mangelnder Ergiebigkeit (und der extremen, lawinengefährdeten Steillage) vor mehreren hundert Jahren schnell wieder eingestellt wurde, flossen diese Stollen nie in die großen, bekannten Bergwerksregister ein.

Exkursion

Matthias und Alfred, Foto Wassermann

Der Aufstieg der Spurensucher  begann am Parkplatz „Gaisalpe“ in Reichenbach durch den Gaisbachtobel in Richtung Gaisalpe. Anschließend geht es in einem großen Zacken über die untere Richteralpe aufwärts, bis der eigentliche Aufstieg zum Arosa Aufschluss beginnt.
Leider waren bei unserem Ausflug die Mundlöcher nicht mehr zu finden. Sie scheinen in den letzten Jahren zugeschüttet worden zu sein.

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